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Natürlich Taktvoll – Tour 2015

Leipzig – Tag 8 – Abschied ohne Ende

Der morgendliche Himmel über Halle ist leicht bewölkt. Schon früh an diesem Sonntagmorgen machen wir uns auf zur Zugfahrt nach Leipzig.

Von Müdigkeit kann gar keine Rede sein, es ist eher eine Art Dämmerungszustand, in der die Straßenbahnfahrt zum Bahnhof Halle absolviert wird. Schließlich wecken ein paar belegte Brötchen im Zug nach Leipzig die Lebensgeister.

Um kurz vor zehn ist auch in der Leipziger Innenstadt nicht viel los. Das ist aber nicht schlimm, denn so beibt Zeit für ein Resümee.

Wir durften uns auch in diesem Jahr über viele Zuhörer freuen und unser Akustikalbum fand einige neue Besitzer. Die außergewöhnlichen Kontakte, die wir in dieser Woche knüpfen durften, machen Lust auf mehr.

Gegen elf füllen sich die Straßen schlagartig. Noch ein letztes Mal spielen wir unser Programm und schießen ein Abschiedsbild. Plötzlich ist es halb eins wie vor einer Woche in Erfurt, wo unsere Reise begann. Auf Gleis 6 des Hauptbahnhofs Leipzig steht der Zug in Richtung Heimatstadt. Wir sind bereit für das nächste Mal – nach etwas Regenerationszeit.

Danke an alle Zuhörer, Fotografen, Wegweiser, Gesprächspartner und Mutmacher der letzten Tage – und auf ein Wiedersehen!

Halle – Tag 7 – Stürmische Junggesellen nehmen Abschied

Der Morgen in Halle beginnt so seelenruhig, dass man kaum glauben kann, mit welcher Lautstärke die Hallenser(?) das Wochenende eingeläutet haben.

Die Innenstadt ist um 10 Uhr jedoch wohlgefüllt und es bieten sich uns zahlreiche Möglichkeiten zum Musizieren.

An diesem Tag mussten wir uns gegen einige Naturgewalten behaupten. Da wäre zum Ersten der Wind, der an diesem Tag teils kräftig durch die Straßen bließ. Gegen 13 Uhr setzte ein erfrischender Regenguss ein und wir müssen eine kleine Pause einlegen. Aber wir wollen uns nicht beschweren, die ganze Woche hatten wir hervorragendes Wetter.

Was uns außerdem herausforderte, war die Flut an Passanten, die wie ein reißender Fluss durch die Stadt rauschte – leider oft an uns vorbei. Zumindest am Vormittag hielten nicht allzu viele Menschen zum Zuhören an.

Nachmittags beruhigte sich die Wetterlage, aber eine andere fremde Gewalt nahm entscheidend Einfluss: Junggesellen, die in kleinen Grüppchen durch die Stadt zogen und Abschied von ihrer „Freiheit“ nahmen. Die lustigen Versammlungen zeigten sich äußerst interessiert und wollten teilweise sogar mitsingen – ein irres Spektakel!

Insgesamt war der Tag voller Höhen und Tiefen, aber meistens trotzdem lustig. Nun kann uns an Tag 8 nichts mehr erschüttern.

Weimar-Merseburg-Halle – Tag 6 – Kühle Köpfe bei glühender Hitze

Heute wird wieder ein langer Tag mit vielen Bahnkilometern und Fußwegminuten. Punkt zehn dürfen wir in Weimar in der Schillerstraße (laut Ordnungsamt) spielen und das tun wir auch. Die Stimmung ist zu dieser Tageszeit besonders gemütlich, zum Einen ist es schon seit 7 Uhr früh 24 Grad warm, sodass man seine alltäglichen Aktivitäten sowieso lieber ein klein wenig langsamer gestaltet. Zum Zweiten erscheint man lange nicht so getrieben wie von den Menschenmassen, die hier zu anderen Tageszeiten unterwegs sind – im entspannten „Schillerstraßenmorgenambiente“ lässt es sich super aushalten.

Wir haben aber auch während unserer Tour schon mitbekommen, dass jede Stadt so ihre Eigenheiten mit sich bringt und so werden wir wieder um eine Erfahrung reicher, als wir nach Merseburg kommen.

Die Einkaufsstraße – Gotthardtstraße – ist um 13.30 Uhr sozusagen wie leergefegt. Wir machen nach Rückfrage mit Anwohnern die Tageszeit und die Temperaturen für den Umstand verantwortlich, haben aber auch keine Lust auf andere Zeiten zu warten oder wieder ganz zu verschwinden. Also beginnen wir ein Stück neben einem Eisladen mit einer kleinen „öffentlichen Probe“ schön leise und eigentlich fast nur für uns.
Nun ja, es blieb zum Glück für uns nicht lange ruhig. Im Gegenteil, wir hatten einen interessanten Nachmittag der von einer Einladung zum Mitsingen im Gospelchor, über eine Kindergärtnerin, die uns als ehemalige Schützlinge wiedererkannt haben wollte bis zu einem bezahlten Geburtstagsständchen im Friseursalon der Gotthardtstraße reichte. Es waren schöne Stunden mit vielen netten Menschen, die teilweise zu Rad oder zu Fuß oder durch das offene Fenster zuhörten – trotz der Hitze nahmen sich viele Zeit dafür. Danke an alle, die dabei waren. Wir hatten Freude! 😉

Am frühen Abend dann die Zugfahrt nach Halle bei glühender Hitze. Beim Spaziergang durch die Innenstadt bauen sich am Himmel die ersten Wolkentürme zusammen. Fernes Grollen kündigt ein nahendes Gewitter an, das bei Temperaturen von fast 40 Grad bei jedermann willkommen ist. Tatsächlich entlädt sich später die Naturgewalt und bringt die ersehnte Abkühlung. Der Regen hält aber die Leute nicht davon ab in den Straßencafes zu sitzen und ihren Feierabend zu genießen.

Wir freuen uns auf Tag 7 in Halle.

Weimar – Tag 5 – Weltmeisterstimmung ohne Ordnungswidrigkeiten

Wer über die Brücke in den Park an der Ilm läuft, gelangt in eine andere Welt. Die Weimarer Innenstadt weiß in einzigartiger Weise mit gepflasterten Gassen, liebevoll hergerichteten Häusern und einer sympathischen Eleganz zu begeistern.

Punkt 10 Uhr beginnt unser heutiger Konzerttag. Ganz im Gegensatz zum Steinweg in Suhl zeigt sich die Schillerstraße um diese Uhrzeit eher verschlafen. Doch die ersten Zuhörer des Tages nehmen sich Zeit und setzen sich auf einer der Holzbänke zwischen den Bäumen, die entlang der Straße eine Allee bilden.

Doch so leer die Straße auch sein mag, die Regeln für Straßenmusikanten gelten hier ausnahmslos. Das wird uns wieder einmal schlagartig bewusst als eine Ladenmitarbeiterin uns um halb elf freundlich aber bestimmt darauf hinweist, dass Straßenmusiker nach spätestens einer halben Stunde ihren Standort zu verlagern haben.

Auf dem Weg zum nächsten Spielort fallen uns auf dem Theaterplatz zwei riesige schwarze Transporter ins Auge. Einige Banner an den Fassaden des Nationaltheaters verraten, dass der WM-Pokal auf seiner „Ehrenrunde“ durch die ganze Republik heute in Weimar Halt macht. Gedanklich heben wir die Trophäe in die Höhe, schließlich ist Deutschland immer noch Weltmeister. Doch der Andrang vor dem Eingang ins verheißungsvolle Innere der Trucks lässt das Bild rasch verblassen.

Trotz des Auflaufs auf dem Theaterplatz zeigen sich die Bewohner und Besucher Weimars (unterscheiden lässt sich das in der Kulturhauptstadt Europas sehr schwer) aber aufgeschlossen für unsere Musik.

Um 12 Uhr müssen wir laut Ordnungsamt eine dreistündige Pause einlegen. Wir nutzen die Zeit für einen Besuch des Ilmparks und seiner im Synchrontauchen hochbegabten Enten, was bei der aufkommenden Mittagshitze gar keine schlechte Idee ist.

Punkt 15 Uhr vernehmen die Ladenbesitzer der Schillerstraße dann den ersten Akkord des Nachmittags. Die Innenstadt hat sich in der Zwischenzeit deutlich gefüllt und wir dürfen uns über viele weitere Zuhörer freuen.

Der Tag verlief wieder einmal erfolgreich, wir sind sehr zufrieden, die Kulturhauptstadt hat ihren Namen verdient. Ziemlich erschöpft lassen wir den Abend ausklingen und machen uns bereit für Tag 6.

 

Suhl und Weimar – Tag 4 – Apollo-Optik lädt zum Ständchen

Morgens 8.45 Uhr in Suhl, Sonnenschein, frische Brötchen, Spiegelei, Kaffee und Orangensaft. Danke für das tolle Frühstück in der Pension am Markt, wir lassen gleich mal unser neues Album dort.

Suhl ist eine Stadt mit nur einer Einkaufsstraße (sofern wir uns auskennen), deshalb fällt die Entscheidung leicht, wo wir spielen werden. Die Passage ist etwas breiter als in Eisenach und von mindestens genauso schönen alten Häusern gesäumt. Die Suhler Bürger sind wahrlich keine Schlafmützen. Um 10 Uhr herrscht reges Treiben in und um den Geschäften. Aber Ablenken lässt man sich von ein paar Takten auf der Gitarre gerne. Sogar ein paar Bankangestellte halten kurz die Nase aus dem Bürofenster und oben in den Dachgeschosswohnungen lehnen immer wieder heimliche Zuhörer auf den Fensterbrettern.

Insgesamt haben wir hier gut 4 Stunden Musik gemacht und es hat mal wieder richtig Spaß bereitet. Obwohl es gegen Nachmittag merklich ruhiger auf den Straßen wurde – kein Wunder bei den Temperaturen würden wir normalerweise auch ins Freibad gehen – können wir auch im zweiten Jahr nacheinander wieder behaupten, dass die Reise ins „bergige“ Thüringen sich gelohnt hat. Immerhin wurden wir auch bisher eher selten von Ladenbesitzern gefragt, ob wir noch einmal neben der Eingangstür spielen würden, weil sie drinnen kein Radio hätten…So sind sie, die Suhler Apollo-Optik Mitarbeiter.

Am späten Nachmittag fahren wir nach Weimar, um dort ein Interview bei Radio Lotte zu geben, hier spielen wir auch noch ein kleines Ständchen und verabschieden uns dann für den heutigen Tag von unseren Instrumenten. Stattdessen heißt es Entspannen und die Abendsonne genießen, damit wir dann fit für Tag 5 sind.

 

 

Eisenach-Erfurt-Suhl – Tag 3 – Auf der Suche nach dem nächsten Bahngleis

Heute wird ein langer Tag. Wir müssen uns von den liebevoll knarzenden Betten der letzten beiden Nächte verabschieden. Aber vorher wollen wir noch einmal eine Abschiedssession in der Karlstraße geben.

Anschließend beginnt die Reise durchs Bundesland auf Gleis 3 am Eisenacher Hauptbahnhof. Nächste Halt ist Erfurt. Ein (wie so oft) spontaner Einfall, noch einmal in der Heimatstadt zu spielen, wenn wir sowieso einmal auf der Durchreise sind. Das gute Wetter bestätigt unsere Gedanken.

Nach dem kurzen Abstecher, unter anderem diesmal hinter die Krämerbrücke an der angenehm kühlen Gera, geht es wieder zurück an den Bahnhof, diesmal auf Gleis 7 Richtung Suhl. Eine kleine Weltreise, wenn man mit der Südthüringenbahn unterwegs ist. Nach über einer Stunde Fahrt beginnt der Fußmarsch vom Suhler Bahnhof Gleis 1 zu unserer Unterkunft. Erste Zweifel kommen auf. War es wirklich eine gute Idee, sich so weit in die Berge zu wagen? Die gemütliche Einkaufspassage wischt all das wieder fort, es ist einfach richtig schön hier und wir sind gespannt auf den nächsten Tag.

Die Unterkunft ist fast zu schade, um nur eine Nacht dort zu verbringen – auch, weil das Frühstück hier selbst zusammengestellt werden kann. Voller Vorfreude geht die Sonne hinter den grünen Bergen unter – bereit für Tag vier.

 

Eisenach – Tag 2 – Ein Überfall und drei unvorhergesehene Begegnungen

Die Sonne grüßt von oben her und wir würden am liebsten gleich die Karlstraße beschallen, doch in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Pension befindet sich das Studio des Wartburgradios. Wir sind sehr neugierig und nehmen die Aufschrift an der Tür wörtlich: Offener Rundfunksender. Also hinein. Die Radiomacher geben sich zwar überrascht, aber ebenso begeistert über „so viel Spontanität“. Wir dürfen quasi im Anschluss zum Interview erscheinen und runden das Gespräch mit einer Session im Studio ab. Noch am selben Tag wollen sie das Interview schneiden und gleich morgen soll es in der Lokalzeit gesendet werden. Wir sind gespannt und dankbar für so viel Einsatzbereitschaft.

Der restliche Tag in Eisenach verläuft ebenfalls erfolgreich. Als besonderer Zuhörer erweist sich der Künstler Nader, dem unsere Musik so gut gefällt, dass er uns für den Abend in sein Atelier einlädt. Kurz darauf kommt ein „alter“ Kollege vorbei, den wir erst nach eingehendem Brainstorming wiedererkennen (RapperToire hieß die Band, welche wir von einem Auftritt vor 5 Jahren kennen). Er fordert uns sofort zu einer spontanen Freestyle-Session heraus. Vier Akkorde und zwei Minuten später eine Menschentraube, so etwas sieht man nicht alle Tage in der Karlstraße.

Das Wetter hält sich weiter prächtig als wäre es selbstverständlich. Wir kehren zum Tagesende noch einmal in den gemütlichen Biergarten ein und haben die dritte außergewöhnliche Begegnung an diesem 10. August. Zumindest wissen wir nun Bescheid über die so genannten Bibel-Biker. Wie wir im Laufe des Abends erfahren, ist das eine besondere Sparte von Rockern, die sich auf die schwarze Lederweste geschrieben hat, kostenlos Bibeln an andere Biker zu verteilen. Sozusagen als Anregung zur selbstständigen Information.

Interessant ist auch: Er war in seiner Jugend tatsächlich selbst Gitarrist mit eigener Band und übt heute nur noch für sich allein. Schon entflammt ein wilder Dialog über alte Verstärker und legendäre Musiker, die sich niemals von ihrer Kunst allein ernähren konnten und sich einem normalen Berufsleben als Musiklehrer (oder so) hingeben mussten.

Irgendwann ist es schon wieder zu spät und wir verabschieden uns – müde, aber bereit für Tag drei.

 

Erfurt – Tag 1 – Heißer Auftakt mit kühlem Abgang

Es ist kurz nach halb eins an diesem Sonntag, der seinem Namen alle Ehre macht. Unsere Reise beginnt in unserer Heimatstadt. Hier kennen wir uns aus und wissen, dass Straßenmusikanten auf viele offene Ohren stoßen.

Wir vertrauen auf die bewährten Spiel-Plätze (!) der letzten Jahre, so gestaltet sich der Auftakt etwas leichter.

In den folgenden dreieinhalb Stunden blicken wir in dutzende freundliche Gesichter, immer wieder halten Fußgänger inne und lauschen unseren Liedern. Es ist ein sehr schöner Nachmittag und wir sind danach einigermaßen platt – vor Freude über viel positive Resonanz und über einige Abnehmer unseres neuen Akustikalbums – und auch ein bisschen vor Anstrengung.

 

 

Am frühen Abend geht der Zug nach Eisenach, unser nächstes Ziel. Kurze Stippvisite in der Innenstadt – es ist alles beim Alten. Das ist gut, wir gönnen uns ein gekühltes „veganes Schaumsüppchen von Hopfen und Gerste“ (wie der Wirt so treffend beschreibt) im Biergarten unserer Pension und genießen den milden Abend – bereit für Tag zwei.

Achtung, fertig!

Morgen startet die diesjährige Sommer-Tour mit den Liedern unseres Akustikalbums „Natürlich Taktvoll“ in Erfurt. Nach ein paar Probetagen sind nun auch die Sachen gepackt und wir sind sehr gespannt auf die nächsten Tage. Die Aussichten für das Wetter sehen schonmal hervorragend aus. Es steht also alles bereit und nach langer Vorbereitung kann es endlich losgehen!

Hier werden wir täglich in Schrift und Bild von unserer Reise berichten.

Bis morgen in Erfurt!

S7302917

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