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Strandheizung

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Strandtour Süd

Auf Wagners Spuren

Es war uns wichtig in der Planung für diese Tour, dass wir auch im schönen Bayreuth einen Abstecher machen. Die weitläufige Innenstadt mit den labyrinthartig verzweigenden kleinen Gassen und sowie der kulturgeschichtliche Hintergrund der Stadt interessierten uns. Bei unserem ersten abendlichen Rundgang gewinnen wir außerdem einen weiteren Eindruck über klassische Bayrische Küche, wir können den Gasthof „Oskar“ an der Maximilianstraße empfehlen. 😉

Strandtour Süd 2018 Bayreuth4

In Vorbereitung auf diese Tour haben wir versucht, uns über die Gepflogenheiten der hiesigen Straßenmusikkultur zu informieren. Leider gibt es heute, anders als früher, in vielen Städten Auflagen für Straßenmusik, was anhand der zunehmenden (leider auch nicht immer kulturell wertvollen) Kunstbeiträge eigentlich auch verständlich ist. Wir waren in Bayreuth zuerst etwas skeptisch, da wir hier anhand der Stadtgröße und des Stadtnamens vermuten konnten, dass wir wieder eine extra Genehmigung beantragen müssen (selbiges kennen wir ja bereits aus Schweinfurt). Es ließ sich allerdings im Vorhinein hierzu nichts herausfinden und deshalb begannen wir auf gut Glück und gefühlt mitten auf dem Marktplatz vor einem Brunnen mit Poseidon-Figur unsere Gerätschaften auszupacken – mit Erfolg.

Auch an diesem letzten Tag unserer Strandtour war uns das Wetter hold. Während andernorts in Deutschland die Welt in Blitz und Donner unterging, konnten wir die letzten Stunden Spielzeit bei sommerlichen Temperaturen mitten im schönen Altstadtflair genießen. Bayreuth ist eine Stadt, die für ihre Hochkultur bekannt ist und wir freuen uns an diesem Tag auch einmal einen kulturellen Beitrag der etwas moderneren Art geliefert zu haben. Wir wurden sogar darauf hingewiesen, dass wir ruhig etwas lauter spielen könnten. Immer gerne in einem anderen Rahmen, allerdings ist Straßenmusik bei uns generell ohne Verstärkung. Man darf aber gerne etwas näher herankommen, um gut zu hören. 😉

An dieser Stelle ist dann auch wieder einmal Zeit, danke zu sagen. Danke für die aufmerksamen Menschen, denen wir begegnet sind. Danke für die netten Gespräche zwischendrin, die es wert machen, jedes Jahr aufs Neue in die Städte Deutschlands zu ziehen und danke natürlich auch für die Gastfreundschaft. Wir kommen gerne wieder und singen für euch!

Team Strandheizung – vl.n.r. Florian Eib, Tomke Koop und Dominic Eib

Stadtfestgetümmel und Straßengewimmel

Wir nähern uns Ansbach, der südlichsten Station unserer Tour. Und wir lernen einmal mehr, wie prachtvoll und idyllisch einige Flecke sein können. Jedes einzelne Haus ist reif für den Filmdreh, das Stadtbild hat nahezu keinen Makel. Ganz im positiven Sinne sind wir baff. Prädikat: Extrem sehenswert und gemütlich!

Ansbach ist auch die Stadt der Beamten, was aber nicht bedeutet, dass man hier nicht auch mal über die Strenge schlagen kann. Wir sind jedenfalls zur richtigen Zeit da und schlagen unser Quartier mitten im Stadtkern auf, wo ein buntes Treiben erahnen lässt, dass Ansbach in den kommenden Stunden zur Partymeile mutieren wird. Ganze vier Tage ist hier Altstadtfest, immer rund um den christlichen Feiertag (nur in Bayern) Fronleichnam. Wenige Stunden nach Ankunft finden wir uns in mitten im Getümmel, genießen diverse Kaltgetränke und feiern eine Coverband aus unserem Heimatbundesland, die jedes Jahr hier spielt.

Bis in die frühen Morgenstunden geht alleine dieser erste Teil des Altstadtfestes. Pünktlich um 6.24 Uhr wird dann mit einem frivolen Laubsauger noch der Gästenachlass beseitigt und die letzte Bierbank fein säuberlich eingeklappt und gestapelt, Beamtenstadt eben. Bei unserem morgendlichen Rundgang am nächsten Tag ist die Stadt noch ziemlich verschlafen, aber das legt sich gegen Mittag, aus ganz Bayern Menschen in die Stadt zu strömen. Nach zwei ersten Sessions flüchten wir vor dem immer stärker werdenden Besucherandrang und die altstadtnahe Orangerie. Mit ihrem wahrhaft königlichen Garten ist sie ein weiterer Beleg für den hervorragenden Zustand der Stadt. Wir lassen uns im ansässigen Café nieder und entspannen ein bisschen bei Eis und Apfelstrudel. Anschließend lassen wir uns von der herrlichen Anlage zu einem kleinen Fotoshooting hinreißen. Als dann die Sonne doch ziemlich brennt, geht’s zurück in die Innenstadt und wir spielen noch ein bisschen. Das erste Mal auf dieser Tour bereuen wir es ein bisschen,  nicht den klitzekleinsten Verstärker dabei zu haben, denn das Stadtfestgetümmel droht uns zu ersticken. Nur ein paar Augenblicke später finden wir es dann aber wieder gut, doch keinen Verstärker aufgebaut zu haben. Ein Beamte (!) vom Citymanagement weist uns darauf hin, das keine elektronische Verstärkung erlaubt ist – mit Blick auf einen Gitarristen, der in Sichtweite ebendies praktiziert.

Am frühen Abend ist dann Zeit für die Fahrt nach Amberg. Dunkle Gewitterwolken türmen sich vor uns auf, entladen sich aber in der Ferne, sodass wir noch Gelegenheit für einen kleinen Stadtrundgang haben. Amberg erfreut sich eines mittelalterlichen Stadtkerns, der mit Stadtmauer, Stadttoren, engen Gassen, drei Kirchen und dem zentral gelegenen Marktplatz das Händlerdasein wieder lebendig macht. Am heutigen Feiertag sind die Straßen wie leergefegt, ein krasser Gegensatz zur Menschenfülle in Ansbach.

Das sollte sich bis zum nächsten Tag aber ändern. Die Straßen sind noch etwas feucht von den heftigen Gewittern, die bis in die frühen Morgenstunden gewütet haben, als wir wiederum die Innenstadt betreten. Nun erfüllt munteres Treiben die lange Einkaufsstraße, die sich einmal quer durch den Stadtkern zieht. Wir beginnen auf einer der Brücken zu spielen, die den Fluss überqueren, der wohl Anlass zur Gründung der Stadt war. Wir merken, sowas wie uns gibt es hier nicht allzu oft. Die Zuhörerschaft ist verschiedener denn je. Eine ältere Dame lässt sich zu einem Tänzchen hinreißen, ein zweijähriges Kind will unbedingt unser Glockenspiel ausprobieren und der Inhaber eines Cafés lädt uns ein, direkt neben seinem Biergarten Musik zu machen. Die Verständigung ist mitunter etwas schwierig, denn das Fränkisch einiger Leute hier ist schon, naja, sehr fließend. 😉

Wir ziehen die Straße hinauf und hinab, bis die Erschöpfung siegt. Es wird bestimmt nicht der letzte Besuch hier gewesen sein. Am Nachmittag scheint wieder die Sonne und die Fahrt zur letzten Station – Bayreuth – beginnt.

Bier und Ordnung müssen sein

In diesen Tagen betreten wir neues Terrain. Der Freistaat Bayern ist, obwohl an unser Heimatland Thüringen angrenzend, bisher gänzlich unerforscht. Wir durchqueren die Höhenzüge des Thüringer Waldes, nahe dem bekannten Vessertal und arbeiten uns Stück für Stück durch idyllischen Landschaftszüge, die Symbol sowie Markenzeichen des schönen Thüringens sind. In Coburg angekommen widmen wir uns erst einmal der historischen Altstadt, mit einem der zwanzig schönsten Marktplätze in Deutschland (wie irgendeine Studie schreibt). Hier wurde im zweiten Weltkrieg, wie übrigens in Erfurt auch, fast nichts zerstört und so ist Coburg heute jeden Geschichtskenner und -Liebhaber eine Reise wert. Apropos Markenzeichen: Wir kehren kurz nach Ankunft in einem Bistro ein. Es gibt Flammkuchen und eines der bayrischen Grundnahrungsmittel. So zumindest muss die Kampfansage von 2,50 Euro pro halbem Liter verstehen, die sogar eine Flasche Wasser preislich in eine ganz dunkle Ecke stellt. In anderen Regionen Deutschlands bezahlt man wohl gerne mal das Doppelte… Uns freut es und wir genießen den Sommerabend mit einem Bummel durch die Einkaufsstraße. Hier wollen wir morgen unsere Musik zum besten geben. Vorher heißt es aber erst mal entspannen im gemütlichen Haus von Soeke, der uns mit seiner Familie einen Platz zum Übernachten angeboten hat. Nach einem weiteren Kalthopfengetränk lassen wir den Abend ausklingen.

Der Tag in Coburg verläuft durchaus ansprechend. Es gibt nur einfach nicht genug „Stellplätze“ für uns. Schonend bringt uns das hiesige Ordnungsamt bei, dass es jetzt leider nicht mehr erlaubt ist hier zu spielen, wenn man dort (20 m um die Ecke) schon war, auch wenn zwei Stunden Pause dazwischen lagen. Schade eigentlich…

Deshalb machen wir uns schon am Nachmittag auf nach Schweinfurt, um dort für den nächsten Tag die Gegend zu erkunden. Anders als der Name vielleicht anmutet, ist Schweinfurt eine außerordentlich gepflegte Stadt. Zumindest gefällt uns, was wir in der Innenstadt sehen. Hier werden sich morgen viele Möglichkeiten für Straßenmusik bieten. Gut gelaunt stimmen wir ein erstes Lied an und erleben nach drei Minuten das zweite Paradebeispiel eines gründlichen Ordnungsamtes in Bayern. Ohne Genehmigung ist es in Schweinfurt leider nicht gestattet, auf der Straße Musik zu machen.

Hilft also nichts, gleich am nächsten Morgen geht’s ab ins Amt für Verkehrswesen, das leider ziemlich schwer zu finden ist… Zum Glück werden uns keine weiteren Steine in den Weg gelegt und wir starten den Tag bei angenehm sonnigen Wetter und, dank einiger heftiger Gewitter am Vorabend, abgekühlter Luft. Seit wir die „Sondernutzungserlaubnis zur Nutzung öffentlicher Fläche“ für Straßenmusik in der Schweinfurter Innenstadt in den Händen halten, fühlen wir uns irgendwie etwas erhaben. Die Leute scheinen uns jedenfalls zu mögen, außergewöhnlich viele zeigen sich interessiert und möchten mehr über uns erfahren. Am frühen Nachmittag ist dann Zeit für eine längere Pause. Es gibt frischen Bayrischen Leberkäse, Italienische Eisspezialitäten und eine kurze Auszeit in einem echten Schweinfurter Liegestuhl. In den schmalen Einkaufsstraßen gibt es zum Glück ausreichend Schatten. Bis zum späten Nachmittag sind wir noch unterwegs, dann ist aber unser Sondernutzungsrecht abgelaufen… Ist aber nicht so schlimm, denn wir haben heute noch die längste Fahrt auf dieser Tour vor uns: Nächster Halt Ansbach.

Strandliebe in Suhl

Beinahe traditionell startet die Strandtour auf der Krämerbrücke in Erfurt. Wir sind beladen mit unserem Mix aus, wie sagt man, Klassikern (?) und Songs vom aktuellen Album. Und wir sind bereit, die musikalische Reise wieder anzutreten. Diesmal nach Süden, die Ostsee haben wir ja im wahrsten Sinne des Wortes von vorne nach hinten bereist. Dieses Jahr ist neues Terrain angesagt, aber vorher: Der Auftakt in der Heimatstadt. Und als wäre nichts passiert, zeigen sich Erfurter und Besucher aufgeschlossen, sofort stellt sich wieder dieses Gefühl ein, das sich kaum in einem Wort beschreiben lässt. Es fühlt sich einfach sehr gut an, wenn dir völlig fremde Menschen im Vorübergehen zulächeln, weil handgemachte Musik in der Luft liegt.

 

Am späten Nachmittag dann Abfahrt in den Süden, zunächst in eine Stadt, in der wir bereits dreimal gespielt haben. Wie uns nach längerem Überlegen bewusst wurde, ist das letzte Mal allerdings schon drei Jahre her. Doch in der Innenstadt hat sich überhaupt nichts verändert, außer, dass uns sofort das hübsche Pfarrhaus ins Auge fällt (Stand da vorher nicht etwas anderes?!). Wobei das Pfarrhaus aber bei Weitem nicht das einzige schöne Gebäude in dieser Stadt ist. Unsere Pension empfängt uns genauso offenherzig wie letztes Mal und serviert ein klasse Frühstück: Pension am Markt – thumb up!

Der Tag in Suhl beginnt also sehr gut gestärkt und bei Sonnenschein. Zum Glück. Wir beziehen gleich ein Plätzchen zwischen zwei Bäumen und legen los. Es läuft ziemlich fluffig, plötzlich ist Nachmittag und die Wärme drängt uns ins nächste Eiscafé. Angenehm gekühlt von fruchtigen Milchshakes fällt der Blick in einen Korb mit kleinen sommerlichen Schildern mit Aufschriften wie „I ♥️ SUMMER“ und… Nein, das ist zu schön, um wahr zu sein: „I ♥️ BEACH“. Wenn das kein Liebesbeweis ist, der unseren Bandnamen in sich trägt ;-).

 

Wo die Liebe hinfällt wissen wir nicht, aber wo sie hinführt, das steht für heute fest. Um 17:49 Uhr verlassen wir Thüringen und sind erstmals als Band in Bayern unterwegs. Stopp, das stimmt nicht ganz, da war noch ein Bandausflug in Europas größtes Musikhaus nach Burgebrach. Aber das ist eine andere Geschichte…

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